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Malteser Reutlingen

Malteser Erstorientierungskurs besucht Tübinger Bäckerei

Manchmal muss man einfach selbst Hand anlegen, um die (Ess-)Kultur des neuen Heimatlandes kennen zu lernen. Jetzt bekamen die 18 Teilnehmer des Malteser Erstorientierungskurses in Reutlingen die einmalige Chance, Brezeln in einer echten Bäckerei zu backen.

14.09.2018
Geflüchtete backen schwäbische Brezeln

 

Als Teil des Unterrichtsmoduls "Arbeit" ermöglichte es der Tübinger Bäckermeister Albrecht Gehr den Geflüchteten, mehr über seinen Betrieb und das Bäckerhandwerk zu erfahren. Neben zahlreichen Fragen zur Bäckerei war die Gruppe aber vor allem daran interessiert, wie genau man Brezeln backt. Nach einer kurzen Einführung ins Teigausrollen ging es dann gleich an die Arbeit. Schnell waren die ersten Backwaren auf dem Blech - es dauerte jedoch einige Zeit, bis die Brezeln auch wirklich "echt" aussahen, denn dabei musste auf vieles geachtet werden. Zum Beispiel, dass der Teigrohling außen dünner ausgerollt wird als in der Mitte, damit die Brezel ihre typische Form mit den knusprigen Innenteilen bekommt. "Vielen Geflüchteten sah man die Freude beim Ausrollen sofort an", berichtet Malteser Kursleiter Markus Kalb, der die Gruppe begleitete. 

Bevor die Brezeln dann in den Backofen geschoben wurden, mussten sie noch unter die Laugendusche. Dies gebe der Brezel das typisch braune Aussehen, so Bäckermeister Gehr. Während der Backzeit erklärte der Bäckermeister den Geflüchteten die Unterschiede zwischen den regionalen Getreidesorten. Einige Sorten wie Dinkel oder Gerste waren nur den wenigsten in ihren Heimatländern schon einmal begegnet. Das gemeinsame Verspeisen der selbstgebackenen Brezeln rundete den Nachmittag ab. "Der Nachmittag war wirklich toll!", sagte einer der Geflüchteten. "Wo gehen wir nächste Woche hin?", fragte eine andere Geflüchtete.

Hintergrund: Die Malteser betreuen seit Sommer 2017 an 16 Standorten und Unterkünften in 13 Landkreisen Baden-Württembergs so genannte Erstorientierungskurse, um Asylbewerbern Wissen und Deutschkenntnisse zu vermitteln, die sie benötigen, um sich im Alltag zurechtzufinden. Allein im Landkreis Esslingen nahmen bisher bereits rund 100 Geflüchtete Männer und Frauen an diesen Kursen teil.

Die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geförderten Kurse richten sich an erster Linie an Personen mit unklarer Bleibeperspektive, die nicht aus sicheren Herkunftsländern stammen.

Weitere Informationen

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